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Cyberversicherung für KMU in Österreich: Was zahlt die Versicherung wirklich?

Nur 36 % der österreichischen KMU sind gegen Cyberangriffe versichert. Was eine Cyberversicherung leistet, was sie kostet – und was 2026 neu gilt.

Ransomware, Datenleck, Betriebsausfall – Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur Konzerne. Laut einer aktuellen KPMG-Studie war jedes zweite österreichische Unternehmen im vergangenen Jahr von einem Sicherheitsvorfall betroffen. Dennoch haben nur 36 % der KMU eine Cyberversicherung abgeschlossen. Ein teures Versäumnis – denn ein einziger erfolgreicher Angriff kann existenzbedrohend sein.


Was ist eine Cyberversicherung?

Eine Cyberversicherung schützt Unternehmen vor den finanziellen Folgen digitaler Angriffe und IT-Sicherheitsvorfälle. Sie greift, wenn Hacker in Systeme eindringen, Daten verschlüsseln oder stehlen, Betriebsabläufe lahmlegen oder Dritte durch einen Datenschutzverstoß geschädigt werden.

Typische versicherte Schadenszenarien:

  • Ransomware-Angriff: Ihre Daten werden verschlüsselt, die Angreifer fordern Lösegeld
  • Datenpanne: Kundendaten werden gestohlen oder ungewollt veröffentlicht
  • CEO-Fraud: Mitarbeiter werden per gefälschter E-Mail zu Überweisungen verleitet
  • Betriebsunterbrechung: Systeme sind tagelang nicht verfügbar

Was ist versichert – was nicht?

Eine gute Cyberversicherung deckt sowohl eigene Schäden als auch Ansprüche Dritter ab.

Eigene Schäden (Eigenschäden):

  • Kosten für IT-Forensik und Systemwiederherstellung
  • Betriebsunterbrechungsschäden während des Ausfalls
  • Krisenmanagement und Kommunikationsberatung
  • Lösegeldzahlungen (je nach Polizze, umstritten)
  • Benachrichtigung betroffener Kunden nach DSGVO

Haftpflichtansprüche Dritter:

  • Schadenersatzforderungen von Kunden oder Geschäftspartnern
  • Anwalts- und Prozesskosten bei Klagen
  • Bußgelder nach DSGVO (eingeschränkt, da öffentlich-rechtlich)

Typische Ausschlüsse:

  • Vorsätzliche Handlungen eigener Mitarbeiter
  • Schäden durch bekannte und nicht gepatchte Sicherheitslücken
  • Krieg und staatlich gelenkte Cyberangriffe (oft ausgeklammert)
  • Bereits laufende oder bekannte Vorfälle bei Vertragsabschluss

Was Versicherer 2026 voraussetzen

Ab 2026 haben viele Versicherer ihre Mindestanforderungen für den Abschluss einer Cyberversicherung deutlich verschärft. Wer diese nicht erfüllt, bekommt entweder keinen Vertrag oder muss mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Häufig geforderte Maßnahmen:

  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle externen Zugänge und E-Mail-Konten
  • Endpoint Detection and Response (EDR) – aktive Überwachung der Endgeräte
  • Regelmäßige Datensicherungen (Backups), die offline oder getrennt vom Netzwerk gespeichert werden
  • Dokumentierter Notfallplan (Incident Response Plan) – und idealerweise ein jährlicher Test
  • Patch-Management – regelmäßige Aktualisierung von Betriebssystemen und Software

Kleiner Trost: Viele dieser Maßnahmen verbessern nicht nur die Versicherbarkeit, sondern tatsächlich Ihre IT-Sicherheit.


Kosten und Prämien

Die Prämie einer Cyberversicherung hängt von Unternehmensgröße, Branche, Umsatz und vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen ab.

UnternehmensgrößeJahresumsatzOrientierungswert Prämie
Einzelunternehmen / EPUbis 500.000 €ab ca. 300–600 €/Jahr
Kleines KMUbis 5 Mio. €ca. 800–2.500 €/Jahr
Mittleres KMUbis 25 Mio. €ca. 2.500–8.000 €/Jahr

Branchen mit erhöhtem Risiko (Gesundheit, Recht, Steuerberatung, Handel) zahlen erfahrungsgemäß mehr. Unternehmen mit nachweislich guten Sicherheitsmaßnahmen können hingegen deutlich sparen.


Tipps

  1. Digitales Inventar erstellen: Wissen Sie, welche Systeme, Daten und Zugänge Ihr Unternehmen hat? Ohne diese Übersicht ist weder eine sinnvolle Versicherung noch echte IT-Sicherheit möglich.
  2. IT-Sicherheitscheck vor dem Abschluss: Viele Versicherer bieten kostenlose oder günstige Vorab-Assessments an – nutzen Sie diese, sie zeigen auch Schwachstellen auf.
  3. Deckungssumme realistisch wählen: Ein mehrtägiger Betriebsausfall kostet schnell mehr als erwartet. Berechnen Sie Ihren Tagesschaden und wählen Sie die Deckungssumme entsprechend.
  4. Nicht allein auf IT-Haftpflicht verlassen: Die klassische Betriebshaftpflicht deckt Cyberschäden meist nicht oder nur sehr eingeschränkt ab – prüfen Sie Ihre bestehenden Polizzen.

Unser Tipp

Als Mehrfachagentur – LSP Consulting GmbH – vergleichen wir die Konditionen der führenden Cyber-Versicherer in Österreich und finden die Lösung, die zu Ihrem Unternehmen und Ihrem Budget passt – ohne Fachchinesisch.

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