KFZ & Fahrzeuge

E-Auto versichern in Österreich: Neue Steuer, Akkuschutz und was 2026 wirklich wichtig ist

Seit April 2025 zahlen E-Auto-Fahrer motorbezogene Versicherungssteuer. Was das kostet, welche Zusatzdeckungen sinnvoll sind und was Wallbox-Besitzer wissen müssen.

Lange Zeit galten Elektroautos als steuerlich begünstigt – unter anderem waren sie von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Damit ist seit April 2025 Schluss. Wer ein E-Auto fährt, zahlt nun auch diese Steuer, und viele Halter sind überrascht von den Mehrkosten. Gleichzeitig gibt es bei der Versicherung eines Elektroautos einige Besonderheiten, die man kennen sollte – vom Akkuschutz bis zur Wallbox.


Was hat sich 2026 geändert?

Die wichtigste Neuerung: Die motorbezogene Versicherungssteuer (mVSt) gilt seit April 2025 auch für reine Elektrofahrzeuge. Bisher war dieser Kostenpunkt für E-Autos entfallen.

Die Höhe der Steuer richtet sich nach der Motorleistung in kW. Für ein typisches Mittelklasse-E-Auto mit 150–200 kW Leistung bedeutet das Mehrkosten von 300 bis 600 Euro pro Jahr, die automatisch mit der Kfz-Haftpflichtprämie eingezogen werden.

Was bleibt unverändert:

  • Die Nova (Normverbrauchsabgabe) ist für E-Autos weiterhin entfällt
  • Keine CO₂-Steuer auf den Stromverbrauch
  • Sachbezug bei Dienst-E-Autos bleibt begünstigt (0 %)

Was ist bei E-Autos besonders zu versichern?

E-Autos haben gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor einige versicherungstechnische Besonderheiten – sowohl was das Risiko als auch was die Deckung betrifft.

E-Auto-spezifische Deckungen, auf die Sie achten sollten:

  • Akkuschutz: Der Hochvoltakku ist das teuerste Einzelteil eines E-Autos (Ersatzkosten: 8.000–20.000 €). Nicht alle Kaskoversicherungen decken Akkuschäden vollumfänglich ab – prüfen Sie die Bedingungen genau.
  • Tierbiss an Hochvoltkabeln: Marder und andere Tiere nagen gerne an Kabeln. Bei E-Autos kann das wesentlich teurer werden als beim Verbrenner. Teilkasko deckt das meist ab – aber nicht immer die hohen E-Auto-spezifischen Reparaturkosten.
  • Ladekabel-Diebstahl: Hochwertige Ladekabel (400–1.000 €) werden gestohlen. Ob das über die Teilkasko abgedeckt ist, hängt vom Vertrag ab.
  • Pannenhilfe bei leerem Akku: Manche Versicherer bieten spezielle E-Auto-Pannendienste an, die das Fahrzeug zur nächsten Ladestation transportieren. Standard-Pannenhilfe deckt das oft nicht ab.

Wallbox mitversichern – so geht's

Wer zu Hause eine Wallbox installiert hat, sollte diese in die Versicherung einbeziehen. Eine Wallbox (Kosten: 1.000–3.000 € inkl. Installation) gilt versicherungsrechtlich als fixer Bestandteil des Gebäudes und kann über die Eigenheimversicherung mitabgesichert werden.

Worauf achten:

  • Teilen Sie Ihrem Eigenheim-Versicherer die Installation mit – viele Polizzen decken neue feste Installationen automatisch mit, aber nur wenn Sie es melden.
  • Schäden durch Kurzschluss oder Überspannung an der Wallbox sind oft in der Eigenheimversicherung enthalten – prüfen Sie das im Kleingedruckten.
  • Die mobile Ladestation (Type-2-Kabel) gehört zum Fahrzeug und wäre über die Fahrzeugversicherung abzudecken.

Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko?

Die Grundstruktur der KFZ-Versicherung ist bei E-Autos dieselbe wie beim Verbrenner – aber es gibt Unterschiede bei den Prämien:

Haftpflicht: Pflicht für jedes zugelassene Fahrzeug. Bei E-Autos oft ähnliche Prämien wie beim Verbrenner.

Teilkasko: Deckt Diebstahl, Tierbiss, Glasbruch, Naturereignisse. Besonders relevant wegen der hohen Teilekosten bei E-Autos.

Vollkasko: Sinnvoll bei neuen E-Autos, da Unfallreparaturen durch Spezialwerkstätten und teure Elektronik teurer sind. Bei Leasing-E-Autos ist Vollkasko in der Regel vertraglich verpflichtend.

Gute Nachricht: Durch weniger mechanisch bewegliche Teile und geringeren Verschleiß sind die Kaskoprämien bei E-Autos oft gleich hoch oder sogar etwas günstiger als bei vergleichbaren Verbrennern – trotz teurerer Reparaturen im Schadenfall.


Tipps

  1. Bestehende Polizze auf E-Auto-Deckungen prüfen: Wenn Sie von einem Verbrenner auf ein E-Auto umgestiegen sind, sollten Sie die Polizze aktualisieren – insbesondere hinsichtlich Akkuschutz, Ladekabel und Pannendienst.
  2. Tarife vergleichen lassen: Nicht alle Versicherer haben spezialisierte E-Auto-Tarife. Die Unterschiede bei Deckungsumfang und Prämie sind erheblich.
  3. Wallbox dem Versicherer melden: Kleine Maßnahme, große Wirkung – sonst besteht im Schadenfall möglicherweise kein Versicherungsschutz.
  4. Motorbezogene Steuer einrechnen: Planen Sie die neue Steuerbelastung in Ihre Gesamtkostenrechnung ein – sie wird automatisch mit der Versicherungsprämie eingezogen.

Unser Tipp

Nicht jeder Versicherer hat sein Angebot an die Besonderheiten von Elektroautos angepasst. Wir kennen die aktuellen E-Auto-Tarife und vergleichen Deckungsumfang, Prämien und Bedingungen für Sie – damit Ihr E-Auto wirklich rundum abgesichert ist.

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